Ein Pendelrollenlager (SRB) wird zunächst über die Baureihe – 213, 222, 223, 230, 231, 232, 238, 239, 240, 241, 248 oder 249 – und anschließend über einen zweistelligen Größenkode identifiziert. Die Baureihennummer gibt Querschnitt und Tragfähigkeit an; der Größenkode bestimmt die Bohrung. Wird bei der Ersatzspezifikation einer dieser Werte falsch angegeben, passt das Lager weder ins Gehäuse noch auf die Welle.
Diese Tabelle umfasst die beiden Baureihen, die den Großteil industrieller Ersatzanwendungen abdecken: die 222er-Baureihe (einreihig, für allgemeine Maschinen) und die 223er-Baureihe (breiter ausgeführt, mit höherer Radialtragfähigkeit, häufig in Vibrationssieben und Getrieben eingesetzt). Die Bohrungsgrößen reichen von 30 mm bis 200 mm und decken damit den in Pumpen, Getrieben, Förderbandtrommeln und Ventilatoren üblichen Bereich ab.
Die Abmessungen entsprechen ISO 15312, sodass die nachstehenden Werte herstellerübergreifend für eine bestimmte Baureihe und einen bestimmten Größenkode gelten; die Tragzahlen sind dabei als Basis für die Ausführung mit zylindrischer Bohrung und schulterlosem Innenring angegeben.
So lesen Sie eine Pendelrollenlager -Bezeichnung
Eine Bezeichnung wie 22315 EK setzt sich wie folgt zusammen:
223 – Baureihe (Konstruktions-/Breitenklasse)
15 – Größenkode; mit 5 multiplizieren ergibt die Bohrung in mm (15 × 5 = 75 mm)
E – die leistungsstärkere E-Ausführung mit schulterlosem Innenring und verstärktem Wälzkörpersatz
K – kegelige Bohrung (Konus 1:12); ohne Buchstabe bedeutet zylindrische Bohrung
Suffixe wie C3 oder C4 kennzeichnen eine Radialluftklasse über Normal hinaus — das wird im Montage- und Lagerspielleitfaden, nicht hier.
222er-Baureihe — Standardbreite
Bezeichnung | Bohrung (mm) | Außendurchmesser (mm) | Breite (mm) | Dynamische Tragzahl Cr (kN) | Statische Tragzahl C0r (kN) | Grenzdrehzahl (rpm) | Masse (kg) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
22206 | 30 | 62 | 20 | 66,1 | 58,5 | 14.000 | 0,29 |
22208 | 40 | 80 | 23 | 98,5 | 91,5 | 11.000 | 0,53 |
22210 | 50 | 90 | 23 | 107 | 108 | 9.500 | 0,63 |
22212 | 60 | 110 | 28 | 159 | 163 | 7,500 | 1,15 |
22214 | 70 | 125 | 31 | 213 | 228 | 6,700 | 1,55 |
22216 | 80 | 140 | 33 | 243 | 270 | 6.000 | 2,1 |
22218 | 90 | 160 | 40 | 331 | 375 | 5.300 | 3,4 |
22220 | 100 | 180 | 46 | 433 | 490 | 4.500 | 4,9 |
22224 | 120 | 215 | 58 | 652 | 765 | 3.800 | 8,7 |
22228 | 140 | 250 | 68 | 743 | 900 | 3.200 | 14,0 |
22232 | 160 | 290 | 80 | 1.043 | 1.290 | 2.800 | 22,5 |
22236 | 180 | 320 | 86 | 1,237 | 1,560 | 2,600 | 29,5 |
22240 | 200 | 360 | 98 | 1,526 | 1,930 | 2,200 | 43,5 |
Baureihe 223 — größere Breite, höhere Radialtragfähigkeit
Die Baureihe 223 ist gegenüber der Baureihe 222 eine eigenständige, breiter ausgelegte Konstruktionsreihe — nicht einfach nur deren vergrößerte Variante. Bei gleicher Bohrung liegt die Breite der 223er Ausführung in der Regel rund 45–60 % über der der 222er Serie; dadurch steigt die dynamische Tragzahl typischerweise um 70 % bis auf mehr als das Doppelte. Sie ist die bevorzugte Wahl, wenn im Gehäuse ausreichend axialer Bauraum vorhanden ist und die Anwendung überwiegend radial belastet wird — etwa bei Vibrationssieben, Brechern und langsam laufenden Getrieben.
Bezeichnung | Bohrung (mm) | Außendurchmesser (mm) | Breite (mm) | Dynamische Tragzahl Cr (kN) | Statische Tragzahl C0r (kN) | Grenzdrehzahl (rpm) | Masse (kg) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
22308 | 40 | 90 | 33 | 155 | 137 | 8.000 | 1,05 |
22310 | 50 | 110 | 40 | 228 | 216 | 6.300 | 1,9 |
22312 | 60 | 130 | 46 | 325 | 335 | 5.300 | 3,1 |
22314 | 70 | 150 | 51 | 413 | 430 | 4.500 | 4,55 |
22316 | 80 | 170 | 58 | 516 | 530 | 4.000 | 6,6 |
22318 | 90 | 190 | 64 | 637 | 695 | 3,600 | 9.05 |
22320 | 100 | 215 | 73 | 847 | 950 | 3,000 | 13,5 |
22324 | 120 | 260 | 86 | 1.019 | 1.120 | 2,600 | 23,0 |
22328 | 140 | 300 | 102 | 1,357 | 1,560 | 2,200 | 36,5 |
22332 | 160 | 340 | 114 | 1,680 | 1,960 | 1,900 | 52,0 |
22336 | 180 | 380 | 126 | 2,077 | 2,450 | 1,700 | 71,5 |
Zwei Kennwerte, die wichtiger sind, als viele annehmen
Dynamische Tragzahl (Cr) ist die Last, die ein Lager theoretisch bei einer Überlebenswahrscheinlichkeit von 90 % über 1 Million Umdrehungen tragen kann — es handelt sich um eine Ermüdungslebenszahlund nicht um einen Bruchpunkt. Statische Tragzahl (C0r) ist die Last, bei der an den Berührstellen eine zulässige bleibende Verformung entsteht; maßgebend ist dieser Wert insbesondere für Lager, die überwiegend im Stillstand unter Last stehen, etwa eine Walze, die über Nacht unter ihrem Eigengewicht abgestellt ist.
Ein häufiger Auslegungsfehler besteht darin, ein Lager ausschließlich nach dem Bohrungsdurchmesser auszuwählen und davon auszugehen, dass jedes Lager mit dieser Bohrung geeignet ist. Bei einer Bohrung von 100 mm weist die 222-Serie 22220 eine dynamische Tragzahl von 433 kN auf; die 223-Serie 22320 erreicht bei derselben Bohrung 847 kN — also nahezu das Doppelte. Ist die tatsächliche Radialbelastung der Anwendung nicht klar, führt genau diese Differenz schnell zur Bestellung eines unterdimensionierten Lagers.
Bezugsdrehzahl versus Grenzdrehzahl: Der Wert, der Ihre Anwendung tatsächlich begrenzt
Die Drehzahlkennwerte für ein Pendelrollenlager werden im Katalog in zwei Varianten angegeben; wer sie verwechselt, setzt ein Lager unbemerkt einer zu hohen Drehzahl aus. Bezugsdrehzahl ist eine thermische Kennzahl — die Drehzahl, bei der sich unter standardisierten Prüfbedingungen (ISO 15312) Wärmeerzeugung und Wärmeabfuhr im Gleichgewicht befinden. Grenzdrehzahl ist eine mechanische Kennzahl — die durch Käfigfestigkeit, Schmierstoffrückhaltung und Rollenkinematik gesetzte Obergrenze; sie liegt in der Regel über der Bezugsdrehzahl.
Für ein 22220 (100 mm Bohrung) beträgt die Bezugsdrehzahl 3.400 rpm, die Grenzdrehzahl 4.500 rpm — eine Differenz von 32 %. Die Grenzdrehzahl ist der Wert, der auf den meisten Lieferantendatenblättern angegeben wird, weshalb die Versuchung groß ist, ihn als die eigentliche Drehzahlkennzahl zu betrachten.
Eine Anwendung, die dauerhaft nahe an der Grenzdrehzahl läuft, insbesondere bei Fettschmierung oder erhöhter Umgebungstemperatur, verfügt jedoch über deutlich geringere thermische Reserve, als der Wert vermuten lässt. Wenn Drehzahl, Last und Temperatur gleichzeitig an die oberen Grenzen der Lagerauslegung heranreichen, ist die Auslegung anhand der Bezugsdrehzahl statt der Grenzdrehzahl die konservativere — und in der Regel richtige — Wahl.
FAQ
Bedeutet ein größerer Außendurchmesser immer eine höhere Tragzahl?
Nicht zwangsläufig. Die Breite ist ebenso wichtig wie der Außendurchmesser. Ein Lager der 223-Serie kann einen kleineren Außendurchmesser haben als die nächsthöhere Größe der 222-Serie und dennoch eine höhere dynamische Tragzahl erreichen, weil die zusätzliche Breite die Rollenlänge und nicht den Rollendurchmesser vergrößert.
Kann ein Lager der 222-Serie bei gleicher Bohrung durch ein Lager der 223-Serie ersetzt werden?
Nur wenn das Gehäuse genügend axiales Freimaß bietet — die 223-Serie ist bei den meisten Bohrungsgrößen etwa 45–60 % breiter, und der Außendurchmesser ist in der Regel ebenfalls 15–20 % größer. Prüfen Sie daher vor einem Austausch sowohl die Gehäusebohrung als auch die Schulterbreite.
Worin unterscheiden sich die Abmessungen der kegligen Bohrung (K) von denen mit zylindrischer Bohrung?
Bohrung und Außendurchmesser sind identisch; lediglich das Bohrungsprofil ändert sich. Das Gewicht reduziert sich geringfügig um einige Prozent, da bei der kegligen Bohrung nur eine kleine Menge Material aus dem Innenring entfernt wird — für die Auslegung vernachlässigbar.
Die angegebenen Hauptabmessungen entsprechen ISO 15312. Die dargestellten Tragzahlen und Drehzahlen beziehen sich auf die Ausführung mit E-Design/optimierter Innengeometrie und wurden mit den aktuell gelisteten Teilenummern abgeglichen; ältere oder verstärkte Ausführungen derselben Bezeichnung (mit abweichender Käfig- oder Rollengeometrie) können bei identischer Bohrung und identischem Außendurchmesser deutlich abweichende Tragzahlen aufweisen. Prüfen Sie vor dem Abschluss der Auslegung die exakten Werte Ihrer spezifischen Teilenummer.






