Bestellen Sie die falsche Rollenkettenausführung, zeigt sich das meist schon in den ersten Betriebsstunden: Die Kette läuft zu hoch auf den Zähnen des Kettenrads, schlägt unter Last durch oder das Kettenschloss lässt sich schlicht nicht schließen. Nahezu jede dieser Störungen hat dieselbe Ursache: Es wurde die falsche Teilung gewählt oder eine verschlissene Kette mit dem Maß einer neuen Kette verglichen.
Diese Tabelle enthält die exakte Teilung, Rollen- und Bolzendurchmesser, Laschenstärke sowie die minimale Zugfestigkeit aller 14 standardisierten ANSI-B29.1-Kettengrößen von #25 bis #240 sowie die vier Maße, mit denen sich eine Kette auch dann eindeutig bestimmen lässt, wenn die Prägung bereits unleserlich geworden ist.
Kettennummer richtig lesen: Was 40, 41 und 60H tatsächlich bedeuten
Die Kettensteilung ist der Mittenabstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bolzen einer Rollenkettenausführung – das entscheidende Maß dafür, ob eine bestimmte Kette mit einem bestimmten Kettenrad sauber eingreift.
Die ANSI-Nummern von Rollenketten sind nicht willkürlich. Die Ziffern vor der letzten Stelle geben die Teilung in Achtelzoll an: Eine Kette #40 hat eine Teilung von 4/8", also 1/2" (12.70 mm); bei einer Kette #120 beträgt sie 12/8", also 1.5" (38.10 mm).
Die letzte Ziffer hat eine eigene Bedeutung. Eine 0 kennzeichnet eine Standard-Rollenkette. Eine 5 – wie bei #25 und #35 – bedeutet, dass die Kette überhaupt keine Rollen besitzt; an deren Stelle befindet sich eine Gleitbuchse. Deshalb führt ASME B29.1 für diese beiden Größen einen „Buchsendurchmesser“ statt eines Rollendurchmessers auf. Eine 1, wie bei #41, steht für eine leichte genietete Bolzenkette ohne separate Buchse – sie hat zwar die 1/2"-Teilung der #40, entspricht jedoch nicht demselben Maßstandard und ist kein direkt austauschbarer Ersatz (siehe FAQ unten).
Ein „H“-Suffix (60H, 80H) bezeichnet die Schwerreihe – gleiche Teilung und gleicher Rollendurchmesser wie bei der Standardkette, jedoch mit stärkeren Laschen. Eine mit Bindestrich ergänzte Zahl (60-2, 60-3) gibt die Anzahl der Stränge an: Duplex, Triplex und weitere Ausführungen laufen nebeneinander auf einem breiteren, passenden Kettenrad.
Schnellübersicht der Teilungen
#25— 1/4" (6.35 mm)
#35— 3/8" (9.53 mm)
#40 / #41— 1/2" (12.70 mm)
#50— 5/8" (15.88 mm)
#60— 3/4" (19.05 mm)
#80— 1" (25.40 mm)
#100— 1-1/4" (31.75 mm)
#120— 1-1/2" (38.10 mm)
#140— 1-3/4" (44.45 mm)
#160— 2" (50.80 mm)
#180— 2-1/4" (57.15 mm)
#200— 2-1/2" (63.50 mm)
#240— 3" (76.20 mm)
Rollenkette in 4 Schritten messen
Ist die Prägung auf der Außenlasche nicht mehr lesbar – Korrosion, Schleifarbeiten oder jahrelange Fettablagerungen genügen dafür –, führen Sie mit vier Maßen zur richtigen Kettennummer.
Teilung— Mitte-zu-Mitte-Abstand zwischen den Bolzen, gemessen über 10–12 Teilungen unter der zulässigen Messlast der Kette und anschließend durch die Anzahl der Teilungen dividiert. Wird nur eine einzelne Teilung gemessen, verfälscht Verschleiß das Ergebnis; eine Messung über mehrere Teilungen mittelt diesen Effekt aus.
Rollendurchmesser— der Außendurchmesser der Rolle (bzw. der Buchse bei #25/#35) an der größten Stelle, gemessen mit dem Messschieber.
Breite zwischen den Laschen— die Nut, in der der Kettenradzahn läuft, gemessen am Innenlaschenglied und nicht über die Außenlaschen.
Bolzendurchmesser— gemessen durch die Laschenbohrung. Kleine Unterschiede an dieser Stelle (0.156" bei #40 gegenüber 0.141" bei #41) unterscheiden Ketten, die ansonsten identisch wirken.
Vergleichen Sie alle vier Maße mit der nachstehenden Tabelle — die Teilung allein reicht zur Größenbestimmung nicht aus, da #40, #41 und die metrische Kette 08B alle die gleiche Teilung von 1/2" aufweisen.
ANSI-Rollenkettentabelle (ASME B29.1-2011)
Die nachstehenden Maße gelten für Einfachketten der Standardbaureihe. Rollendurchmesser, Breite und Bolzendurchmesser entsprechen den in ASME B29.1-2011 festgelegten Maximal- bzw. Nennwerten.
Ketten-Nr. | Teilung | Max. Rollendurchmesser | Breite zwischen den Laschen | Bolzendurchmesser | Laschendicke (Std.) | Mindestzugfestigkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|
#25 | 0.250" (6.35 mm) | 0.130" (3.30 mm) | 0.125" (3.18 mm) | 0.0905" (2.30 mm) | 0.030" (0.76 mm) | 780 lb (3.5 kN) |
#35 | 0,375" (9,53 mm) | 0,200" (5,08 mm) | 0,188" (4,78 mm) | 0,141" (3,58 mm) | 0,050" (1,27 mm) | 1.760 lb (7,8 kN) |
#40 | 0,500" (12,70 mm) | 0,312" (7,92 mm) | 0,312" (7,92 mm) | 0,156" (3,96 mm) | 0,060" (1,52 mm) | 3.125 lb (13,9 kN) |
#41 | 0,500" (12,70 mm) | 0,306" (7,77 mm) | 0.250" (6.35 mm) | 0,141" (3,58 mm) | 0,050" (1,27 mm) | 1.500 lb (6,7 kN) |
#50 | 0,625" (15,88 mm) | 0,400" (10,16 mm) | 0,375" (9,53 mm) | 0,200" (5,08 mm) | 0,080" (2,03 mm) | 4.880 lb (21,7 kN) |
#60 | 0,750" (19,05 mm) | 0,469" (11,91 mm) | 0,500" (12,70 mm) | 0,234" (5,94 mm) | 0,094" (2,39 mm) | 7.030 lb (31,3 kN) |
#80 | 1,000" (25,40 mm) | 0,625" (15,88 mm) | 0,625" (15,88 mm) | 0,312" (7,92 mm) | 0.125" (3.18 mm) | 12.500 lb (55,6 kN) |
#100 | 1,250" (31,75 mm) | 0,750" (19,05 mm) | 0,750" (19,05 mm) | 0,375" (9,53 mm) | 0,156" (3,96 mm) | 19.530 lb (86,9 kN) |
#120 | 1,500" (38,10 mm) | 0,875" (22,23 mm) | 1,000" (25,40 mm) | 0,437" (11,10 mm) | 0,187" (4,75 mm) | 28.125 lb (125,1 kN) |
#140 | 1,750" (44,45 mm) | 1,000" (25,40 mm) | 1,000" (25,40 mm) | 0,500" (12,70 mm) | 0,219" (5,56 mm) | 38.280 lb (170,3 kN) |
#160 | 2,000" (50,80 mm) | 1,125" (28,58 mm) | 1,250" (31,75 mm) | 0,562" (14,27 mm) | 0.250" (6.35 mm) | 50.000 lb (222,4 kN) |
#180 | 2.250" (57.15 mm) | 1.406" (35.71 mm) | 1.406" (35.71 mm) | 0.687" (17.45 mm) | 0.281" (7.14 mm) | 63,280 lb (281.5 kN) |
#200 | 2.500" (63.50 mm) | 1.562" (39.67 mm) | 1,500" (38,10 mm) | 0.781" (19.84 mm) | 0,312" (7,92 mm) | 78,125 lb (347.5 kN) |
#240 | 3.000" (76.20 mm) | 1.875" (47.63 mm) | 1.875" (47.63 mm) | 0.937" (23.80 mm) | 0,375" (9,53 mm) | 112,500 lb (500.4 kN) |
Die Angaben „Max. Roller Dia.“ für #25 und #35 beziehen sich auf die Buchsendurchmesser — diese beiden Größen besitzen keine Rollen. Bei der Heavy-Serie (H) ist die Laschenstärke um eine Abstufung höher als dargestellt; die Zugfestigkeit mehrsträngiger Ausführungen ergibt sich aus diesen Werte für Einzelstränge (den Praxisfaktor finden Sie in den FAQ).
ANSI vs. ISO/BS: Gleiche Teilung bedeutet nicht gleiche Passung
Das metrische ISO/BS-System besteht parallel zu ANSI; fünf gängige Größen weisen zufällig dieselbe Teilung wie das jeweilige ANSI-Pendant auf. Daraus folgt jedoch keine Austauschbarkeit – Rollendurchmesser und Innenbreite weichen jeweils so weit ab, dass das Eingriffverhalten des Kettenrads beeinflusst wird.
ANSI-Kette | Teilung | ANSI-Rollendurchmesser | ANSI-Breite | Entsprechung nach BS/ISO | BS-Rollen-Ø | BS-Breite |
|---|---|---|---|---|---|---|
#40 | 12,70 mm | 7,92 mm | 7,95 mm | 08B-1 | 8,51 mm | 7,75 mm |
#50 | 15,875 mm | 10,16 mm | 9,53 mm | 10B-1 | 10,16 mm | 9,65 mm |
#60 | 19,05 mm | 11,91 mm | 12,70 mm | 12B-1 | 12,07 mm | 11,68 mm |
#80 | 25,40 mm | 15,88 mm | 15,88 mm | 16B-1 | 15,88 mm | 17,02 mm |
#100 | 31,75 mm | 19,05 mm | 19,05 mm | 20B-1 | 19,05 mm | 19,56 mm |
Ein ANSI-Ritzel der Größe #40 beispielsweise ist für eine 7,92-mm-Rolle ausgelegt, die in einer 7,95-mm-Nut läuft. Wird eine 08B-Kette darauf montiert, muss sich die 8,51-mm-Rolle in einen Sitz einfügen, für den sie nie dimensioniert wurde — die Kette lässt sich zwar auflegen, doch der Eingriff weicht ausreichend stark ab, um den Verschleiß an Kette und Ritzel zu beschleunigen. Wenn Sie an importierten Anlagen die Kette ersetzen, prüfen Sie vor der Bestellung, nach welcher Norm das vorhandene Ritzel gefertigt wurde — unserLeitfaden zum Austausch von ANSI- und ISO-Ritzelnerläutert diesen Identifikationsprozess ausführlich.
Standard- und Heavy-Serie, ein- und mehrsträngig
Der Zusatz „H“ (#60H, #80H) kennzeichnet die Heavy-Serie: identische Teilung und Rollendurchmesser wie bei der Standardkette derselben Größe, jedoch mit dickeren Laschen für höhere Ermüdungsfestigkeit — eine Festigkeitssteigerung, die kein anderes Ritzel erfordert. Eine durch Bindestrich angehängte Zahl hinter der Grundgröße (60-2, 60-3, 60-4) gibt die Strangzahl an — Duplex, Triplex, Quadruplex — wobei jeder Strang parallel auf einem passenden mehrsträngigen Ritzel läuft.
ASME B29.1 definiert die Mindestzugfestigkeit mehrsträngiger Ketten als exaktes Vielfaches der Bewertung einer einsträngigen Kette — eine 60-3 wird mit 3 × 7,030 lb bzw. mindestens 21,090 lb angegeben — während die Leistungsbewertung, auf deren Basis Sie einen Antrieb tatsächlich auslegen, einen kleineren, nichtlinearen Faktor verwendet (siehe FAQ).
Jede Kettengröße in dieser Tabelle wird mit einem passendenANSI-Ritzel— Zahnform, Bohrung und Teilkreisdurchmesser ergeben sich vollständig aus den oben genannten Angaben. LILY Bearing führtANSI-Rollenkettenvon #25 bis #160 in ein- und zweisträngigen Ausführungen, einschließlich Standard-, hochfester korrosionsbeständiger und Teilungsdoppelkettensorten.
Sobald die Größe feststeht, sind Zähnezahl und Übersetzungsverhältnis die nächsten Entscheidungskriterien — siehe unserenLeitfaden zur Auswahl des Ritzel-Übersetzungsverhältnisses. Für Montage, Spannungseinstellung und Schmierung nach dem Auflegen der Kette steht unserWartungsleitfaden für Kette und Kettenräderdeckt dieses Thema ab.
Häufig gestellte Fragen
Worin besteht der Unterschied zwischen Rollenketten der Größe #40 und #41?
Beide haben dieselbe Teilung von 1/2" (12.70 mm), sind jedoch nach unterschiedlichen Normen ausgeführt und nicht miteinander austauschbar. #41 ist eine leichte Kette mit vernietetem Bolzen, ohne separate Buchse — eher vergleichbar mit einer robusten Fahrradkette als mit einer echten Rollenbuchsenkette. Ihre minimale Zugfestigkeit beträgt 1,500 lb, gegenüber 3,125 lb bei der Standardkette #40; auch Rolle (0.306") und Breite (0.250") sind schmaler als bei #40 (0.312" und 0.312"). #41 wird häufig bei Go-Karts und leichten Einfachkettenantrieben eingesetzt; #40 gilt als allgemeiner Industriestandard.
Bedeutet ein höherer Wert der Zugfestigkeit, dass die Kette für meine Anwendung belastbarer ist?
Nicht unmittelbar. Die minimale Bruchzugfestigkeit (MUTS) ist ein Wert aus der zerstörenden Bruchprüfung und keine zulässige Arbeitslast. Als Richtwert wird die Arbeitslast in der Praxis meist auf 1/6 der durchschnittlichen Zugfestigkeit bei Ketten mit Pressverbindungsglied oder auf 1/9 bei Steck- bzw. Versatzgliedern begrenzt. Zudem weisen Hersteller darauf hin, dass zwischen der Tragfähigkeit im Betrieb und der angegebenen Zugfestigkeit markenübergreifend kein verlässlicher Zusammenhang besteht. Wählen Sie die Kette daher anhand der Leistungs- bzw. Arbeitslasttabellen des Herstellers für die jeweilige Drehzahl und Zahnzahl aus — nicht durch den Vergleich reiner MUTS-Werte.
Wie viel mehr Last kann eine Duplex- oder Triplexkette tatsächlich übertragen?
Weniger als das einfache Vielfache der Strangzahl. Zwar steigt die MUTS linear an (eine 3-strängige Kette wird exakt mit dem 3-Fachen des Einzelstrangwerts bewertet), doch der in Leistungstabellen verwendete Praxisfaktor berücksichtigt die ungleichmäßige Lastverteilung auf die einzelnen Stränge: 1.7× für Duplex, 2.5× für Triplex, 3.3× für Quadruplex, 3.9× für 5-strängig und 4.6× für 6-strängig. Eine 60-3-Kette ist also nicht für die dreifache Leistung einer 60-1-Kette ausgelegt, sondern eher für das 2.5-Fache.
Die eingeprägte Größe meiner Kette stimmt mit keinem Maß in dieser Tabelle überein — woran liegt das?
Dafür gibt es drei häufige Erklärungen. Erstens kann es sich um eine Doppelteilkette handeln, wie sie bei Förderanlagen verbreitet ist. Diese verwendet dieselben Rollen- und Bolzenmaße wie eine kleinere ANSI-Kette, jedoch mit doppelter Teilung. Eine Doppelteilkette C2040 besitzt also Rolle und Bolzen von #40, jedoch mit einem Abstand von 1" statt 1/2".
Zweitens kann die Kette nach JIS, DIN oder einem öl- und gasfeldspezifischen Standard gefertigt sein und nicht nach ANSI oder BS/ISO.
Drittens kann bei verschlissener Kette eine Messung über zu wenige Teilungen zu einem zu großen Teilungsmaß führen, das keiner Nenngröße entspricht. Messen Sie daher gemäß dem oben beschriebenen Verfahren erneut über 10–12 Teilungen.
Ab wann sollte eine Kette ersetzt statt lediglich nachgespannt werden?
Wenn die Verschleißdehnung bei den meisten Industrieantrieben etwa 3% der Nennlänge erreicht oder bei Antrieben mit festem Achsabstand bzw. bei Anforderungen an einen ruhigeren Lauf etwa 1.5%. Eine genauere Form derselben Regel lautet 200 ÷ N, wobei N die Zähnezahl des großen Kettenrads ist. Diese Formel ist jedoch nur bis 67 Zähne gültig; danach gilt der pauschale Wert von 3%. Ein Nachspannen einer Kette, die diesen Grenzwert bereits überschritten hat, beseitigt den Verschleiß nicht, sondern verschiebt lediglich einen Ausfall, bei dem die Kettenradzähne mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls beschädigt werden.
Sie suchen mehr als nur ANSI-Rollenketten? Entdecken Sie das vollständigeKettenundKettenräder-Sortiment mit metrischen, Anbau- und Spezialausführungen für den übrigen Antrieb.






