Die Teilung einer Rollenkette ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier aufeinanderfolgender Bolzen und die einzige Kenngröße, die mit dem zwischen Kette und Kettenrad exakt übereinstimmen muss, bevor bei einem Antrieb überhaupt andere Faktoren zählen. Stimmt sie nicht, legt sich die Kette nicht sauber in das Zahnprofil ein – selbst dann nicht, wenn alle anderen Abmessungen nahezu passen. Dieser Leitfaden erläutert, was die Teilung ist, wie sie sich präzise messen lässt, ab wann Verschleiß einen Kettenwechsel erforderlich macht, und enthält eine kompakte ANSI-Referenztabelle zu den von uns geführten Größen.

Was ist die Kettenteilung?

Die Kettenteilung ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier aufeinanderfolgender Bolzen. Sie entscheidet darüber, ob eine Kette mit einem bestimmten Kettenrad sauber eingreift – ist die Teilung falsch, sind alle anderen Kettenmerkmale zweitrangig.

Warum die Kettenteilung entscheidend ist

Kettenradzähne sind auf eine definierte Teilung ausgelegt; eine nicht passende Kette sitzt daher nicht korrekt – sie klettert auf die Zähne, überspringt unter Last oder verschleißt beide Bauteile innerhalb weniger Wochen. Die Teilung steht zudem in engem Zusammenhang mit der Tragfähigkeit: Nach ANSI B29.1 verfügt eine einsträngige #40-Kette (1/2" Teilung) über eine zulässige Arbeitslast von 810 lb, während eine #60-Kette (3/4" Teilung) mit 1.980 lb ausgelegt ist – also mehr als doppelt so viel bei nur 1/4" größerer Teilung. Ketten mit kleinerer Teilung laufen bei hohen RPM außerdem leiser, weshalb Förder- und Verpackungsanlagen häufig #25 und #35 gegenüber den größeren Größen bevorzugen, die in langsam laufenden, drehmomentstarken Antrieben wie Landmaschinengetrieben eingesetzt werden.

Die Teilung ist auch direkt in der Kettenbezeichnung enthalten – dieser Zusammenhang verdient weiter unten ein eigenes Kapitel.

Kettenteilung: gemessen von Bolzenmitte zu Bolzenmitte (ANSI #40 dargestellt)Rolle (Ø 0.312")Bolzen (Ø 0.156")Lasche (verbindet die Bolzen)Teilung (P) = 0.500"Bolzenmitte zu BolzenmitteRolle und Bolzen sind im Verhältnis zu den angegebenen Abmessungen dargestellt; die Verbindungslaschen sind zur besseren Übersicht zu einem vereinfachten Band zusammengefasst.

So messen Sie die Kettenteilung

  1. Legen Sie die Kette eben aus, vollständig gestreckt und ohne Durchhang.

  2. Ermitteln Sie drei aufeinanderfolgende Bolzenmitten. Ein einzelnes Glied von Ende zu Ende liefert keine verlässliche Teilung – maßgeblich ist der Abstand von Bolzenmitte zu Bolzenmitte.

  3. Messen Sie über 10 Teilungen und teilen Sie das Ergebnis anschließend durch 10. Ein Messschieber misst typischerweise mit einer Genauigkeit von etwa ±0.01". Bei einer einzelnen 1/2"-Teilung entspricht das bereits einem Fehler von 2 %. Über 10 Teilungen (5") verteilt sinkt derselbe Messfehler von ±0.01" auf 0,2 % – zugleich werden die kleinen, üblichen Fertigungstoleranzen jedes einzelnen Glieds mit ausgeglichen.

  4. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der folgenden Tabelle , um die Normbezeichnung zu ermitteln.

MESSVERFAHREN: ÜBER 10 TEILUNGEN MESSEN, DANN DURCH 10 TEILENBolzen 1Bolzen 11(Bolzen 2–10 aus Platzgründen ausgelassen – messen Sie jeden aufeinanderfolgenden Bolzen)10 gemessene Teilungen ÷ 10 = tatsächliche Teilung

Liegt Ihre gemessene Teilung zwischen zwei Normgrößen, prüfen Sie zunächst den Verschleiß, bevor Sie von einer Sonderkette ausgehen – eine gelängte #40 misst größer als 0.500", ohne etwas anderes als eine verschlissene #40 zu sein. Der nächste Abschnitt erläutert genau, welche Längung noch als normal gilt.

Wann ist ein Austausch erforderlich: Kettenverschleiß und Längung

Der häufigste Grund dafür, dass ein Messwert vor Ort nicht mit der Normteilung übereinstimmt, ist nicht ein fehlerhafter Messschieberwert, sondern Verschleiß. Im Betrieb reiben Bolzen und Buchsen aneinander, wodurch die wirksame Teilung zunimmt; in der Branche wird dies als Längung. Eine US-Patentanmeldung zu Verschleißlehren für Rollenketten dokumentiert die beiden in der Branche üblichen Grenzwerte: Sobald die Längung 1,5 % bei einem Antrieb mit fester Achs-/Mittenentfernung oder einem Präzisionsantrieb beziehungsweise 3 % bei einem allgemeinen Industrieantrieb mit verstellbaren Achsabständen überschreitet, sollte die Kette ersetzt werden – ab diesem Punkt läuft sie höher auf den Zähnen des Kettenrads und beschleunigt den Verschleiß beider Bauteile.

Anstatt die Prozentwerte jedes Mal von Hand neu zu berechnen, halten die meisten Betriebe eine Kettenverschleißlehre vorrätig: Sie wird über einen Kettenabschnitt eingehängt und liefert direkt ein Bestehens-/Ausscheiden-Signal anhand der 1,5-%- und 3-%-Marken; Rechnen ist nicht erforderlich.

VERSCHLEISSLÄNGUNG: WARUM EINE VERSCHLIESSENE KETTE LÄNGER GEMESSEN WIRDNeue KetteTeilung = NennmaßVerschlissene Kette (gelängt)Teilung = ursprünglich + VerschleißWas tatsächlich verschleißt:Die Oberflächen von Bolzen und Buchsenverschleißen aneinander, im Innerender Rolle – von außen nicht sichtbar.Die Größe der Rolle selbständert sich nicht; der größere Spielraumlässt die Kette unter Zug längen.Nur zur Veranschaulichung, nicht maßstabsgetreu – die dargestellte Teilungszunahme ist zur besseren Sichtbarkeit übertrieben. Die tatsächliche Längung bis zum Austausch liegt nur bei1,5–3 % und ist mit bloßem Auge nicht erkennbar – deshalb ist eine Verschleißlehre und keine Sichtprüfung das Standardverfahren.

Kettenteilungstabelle: Gängige ANSI-Größen auf einen Blick

Deckt das von uns vorrätig gehaltene ANSI-Spektrum in lagerhaltigen Rollenketten (#25–#160) ab. Die vollständigen Spezifikationen jeder Größe – Rollendurchmesser, Bolzendurchmesser, Plattendicke – finden Sie in der Rollenketten-Größentabelle.

ANSI-Nr.

Teilung

#25

1/4"

#35

3/8"

#40

1/2"

#41

1/2" (Leichtausführung)

#50

5/8"

#60

3/4"

#80

1"

#100

1-1/4"

#120

1-1/2"

#140

1-3/4"

#160

2"

Arbeiten Sie im metrischen System? Die ISO-606-Kette verwendet dieselben Teilungswerte unter anderen Bezeichnungen: ISO 08B entspricht 12.7mm (1/2", identisch mit ANSI #40), und ISO 12B entspricht 19.05mm (3/4", identisch mit ANSI #60). Eine gleiche Teilung garantiert jedoch nicht, dass das Kettenrad ohne Weiteres austauschbar ist: Der Rollendurchmesser von 08B (0.335") ist etwas größer als bei #40 (0.312"); ein ähnlicher Unterschied zeigt sich auch zwischen 12B und #60. Prüfen Sie vor dem Vergleich zwischen Normen neben der Teilung stets auch Rollendurchmesser und Breite.

Kettenteilung versus Kettenbezeichnung

Nach ANSI B29.1 geben die Ziffern vor der letzten Stelle in der Kettenbezeichnung die Teilung in Achtelzoll an. Eine Kette #40 hat eine Teilung von 4/8" = 1/2"; eine Kette #60 eine Teilung von 6/8" = 3/4". Damit lässt sich die Teilung allein über die eingeprägte Nummer abschätzen. Da eine abgenutzte oder korrodierte Prägung jedoch häufig vorkommt, lohnt sich vor der Bestellung von Ersatzteilen dennoch die Kontrolle mit dem Messschieber. Prüfen Sie außerdem die Kettenteilung im Verhältnis zu Ihrem Kettenrad und den Anforderungen der Anwendung in unserer Industrieketten und Kettenräder Übersicht, wenn Sie einen kompletten Antrieb von Grund auf auslegen.

FAQ

In welcher Einheit wird die Kettenteilung gemessen?

Bei ANSI-Standardketten in Zoll, bei ISO- bzw. metrischen Ketten in Millimetern.

Wie stark darf sich eine Kette längen, bevor ein Austausch erforderlich ist?

1.5% Längung bei Antrieben mit festem Achsabstand oder Präzisionsantrieben, 3% bei allgemeinen Industrieantrieben mit verstellbarem Achsabstand. Eine Verschleißlehre liefert ohne Berechnung unmittelbar ein Gut-/Ausschuss-Ergebnis im Vergleich zu beiden Grenzwerten.

Was passiert, wenn eine Kette mit falscher Teilung auf einem Kettenrad läuft?

Sie legt sich dann nicht korrekt in das Zahnprofil ein. Je nach Abweichung der Teilung kann die Kette unter Last aufsteigen und überspringen, ungewöhnliche Geräusche verursachen oder Kette und Kettenradzähne innerhalb kurzer Laufzeit stark verschleißen. Auf ein nicht passendes Kettenrad darf sie niemals aufgezwungen werden, auch wenn sie scheinbar locker aufliegt.

Worin besteht der Unterschied zwischen Teilung und Kettenbreite?

Die Teilung ist der Abstand zwischen den Bolzenzentren entlang der Kettenlänge. Die Breite ist der Abstand zwischen den Innenlaschen und muss unabhängig von der Teilung zur Zahnweite des Kettenrads passen. Eine Kettenspezifikation ist ohne beide Angaben nicht vollständig.

Die angegebenen Teilungswerte und Längungsgrenzen entsprechen ANSI B29.1 sowie der üblichen industriellen Instandhaltungspraxis. Prüfen Sie die exakten Werte vor der Bestellung einer Ersatzkette oder vor der Entscheidung zwischen Weiterbetrieb und Austausch anhand des Datenblatts Ihres Kettenherstellers.