Eine Druckfeder ist eine Schraubenfeder mit offener Windung, die axialen Druckkräften entgegenwirkt. Wird sie belastet, verkürzt sie sich und speichert potenzielle Energie; nach Entlastung nimmt sie wieder ihre ursprüngliche freie Länge an. Druckfedern werden häufig in der Automobil-, Industrie- und Medizintechnik eingesetzt.
Denkt man an eine „Feder“, entsteht meist das Bild einer Druckfeder.
Als die am häufigsten eingesetzte Metallfeder dienen diese Bauteile der Speicherung von mechanischer Energie sowie dem Widerstand gegen Druckkräfte.
Doch wodurch funktionieren sie genau, und wie wählen Sie die passende Ausführung für Ihre konkrete Anwendung aus?
In diesem Leitfaden erläutern wir die Funktionsweise, die Bauarten und die entscheidenden Auslegungsfaktoren von Druckfedern.
Was ist eine Druckfeder?
Eine Druckfeder ist eine Schraubenfeder mit offener Windung , die dazu ausgelegt ist, Widerstand zu leisten gegen eine einwirkende Kraft in axialer Richtung. Im Unterschied zu anderen Federarten – beispielsweise Zugfedern die sich beim Dehnen auswirken, um Bauteile zusammenzuziehen, oder Torsionsfedern die durch Verdrehung wirken – Druckfedern sind dagegen speziell für die Druckbeanspruchung ausgelegt.

Wird eine Last aufgebracht, verkürzt sich die Feder und speichert potenzielle Energie.
Wird die Last entfernt, dehnt sich die Feder aus und kehrt zu ihrer ursprünglichen Position und Länge zurück.
Dank dieser Fähigkeit, Energie effizient zu speichern und wieder freizusetzen, gehören sie zu den vielseitigsten verfügbaren Energiespeichern.
Federkennlinie und Hookesches Gesetz
Die von einer Druckfeder ausgeübte Kraft wird bestimmt durch das Hookesche Gesetz:
F = k × x
F – aufgebrachte Kraft (N oder lbf)
k – Federkennlinie (Steifigkeit)
x — Verkürzte Länge gegenüber der freien Länge
Praktisch bedeutet das: Hat Ihre Feder eine Federrate von 10 N/mm und wird um 5 mm zusammengedrückt, erzeugt sie eine Gegenkraft von 50 N. Dieser lineare Zusammenhang gilt, solange die Feder nicht über ihre elastische Grenze hinaus belastet wird.
Wesentliche Bauteile und Begriffe
Die genaue Terminologie ist bei der Auslegung oder Auswahl einer Feder von entscheidender Bedeutung.
1. Freie Länge
Die Länge der Feder im unbelasteten Zustand.
2. Blocklänge
Die Blocklänge bezeichnet die Gesamthöhe der Feder im vollständig zusammengedrückten Zustand, wenn alle Windungen anliegen.
Dieses Maß muss bekannt sein, damit die Feder innerhalb des vorgesehenen Bauraums in Ihrem Mechanismus Platz findet, ohne auf Block zu gehen.
3. Federwerkstoff
Die Wahl des Federwerkstoffs hat unmittelbaren Einfluss auf Lebensdauer, Festigkeit und Leistungsfähigkeit. Die Werkstoffauswahl richtet sich zudem nach geltenden Normen und Standards — Federstahldraht wird beispielsweise nach ASTM A228, was die Zugfestigkeit und die Anforderungen an die Werkstoffzusammensetzung definiert. Zu den gängigen Werkstoffen gehören:
Federstahldraht (hohe Festigkeit, allgemeine Anwendung)
Edelstahl (korrosionsbeständig)
Chrom-Silizium-Stahl (für hochbeanspruchte Anwendungen)
Einen genaueren Einblick in die Verarbeitung dieser Werkstoffe finden Sie in unserem Leitfaden zu der Herstellung von Federn.
Druckfeder vs. Zugfeder
Diese beiden Federarten werden häufig verwechselt. Im Folgenden zeigen wir die Unterschiede; eine ausführlichere Darstellung finden Sie in unserem vollständigen Leitfaden zu Druckfedern und Zugfedern.
Druckfeder | Zugfeder | |
|---|---|---|
Lastrichtung | Drücken (Druckbelastung) | Ziehen (Zugbelastung) |
Wicklungsart | Offene Wicklung | Geschlossene Wicklung |
Ruhezustand | Die Windungen sind voneinander getrennt | Die Windungen berühren sich. |
Typische Anwendungen | Stoßdämpfung, Druckregelung | Rückstellung, Halten der Vorspannung |
Beispiel | Fahrwerksfedern, Kugelschreiber-Klickmechanismus | Garagentore, Trampoline |
Arten von Druckfedern
Während die zylindrische Standardausführung am häufigsten eingesetzt wird, werden unterschiedliche Druckfederbauarten für spezifische Funktionen ausgelegt.
Konische Druckfedern
Diese Federn sind konisch ausgeführt und können ineinander verschachtelt werden.
Sie eignen sich hervorragend zur Reduzierung der Blocklänge und bieten nichtlineare Lastkennlinien, das heißt, ihre Federsteifigkeit nimmt mit zunehmender Kompression zu.

Tonnen- und Sanduhrfedern
Tonnenfedern (konvex): In der Mitte breiter und an den Enden schmaler. Sie bieten eine höhere Stabilität und sind knickfest.

Sanduhrfedern (konkav): In der Mitte schmaler, an den Enden breiter. Dadurch bleibt die Feder zuverlässig zentriert.

Federn mit variabler Steigung
Diese Federn weisen entlang ihrer Länge unterschiedliche Windungsabstände auf.
Dadurch entsteht ein progressiver Federverlauf, ideal für Anwendungen mit Anforderungen an eine variable Kraft über den gesamten Hub hinweg.
Welche Funktion haben Druckfedern?
Stöße und Schwingungen absorbieren: Sie tragen dazu bei, Stoßbelastungen und Vibrationen in Maschinen zu reduzieren.
Kraft aufrechterhalten: Sie können zwischen zwei Bauteilen eine konstante Druckkraft bereitstellen.
Bauteile in ihre Ausgangsposition zurückführen: In mechanischen Baugruppen werden sie häufig als Rückstellfedern eingesetzt.
Energie speichern und freisetzen: Druckfedern speichern beim Zusammendrücken vorübergehend Energie.
Kontakt aufrechterhalten: Sie können zwei Teile dauerhaft aneinander anpressen.
Lasten abstützen: Sie können Lasten in mechanischen Systemen abstützen oder ausgleichen.
Typische Anwendungen von Druckfedern
Anwendungen für Druckfedern sind nahezu unbegrenzt und finden sich in fast jeder Branche, von Konsumgütern bis hin zu schwerer Maschinenbauausrüstung. Einen umfassenderen Überblick über den branchenübergreifenden Einsatz von Federn finden Sie in unserem Praxisleitfaden für Industriefedern.
Automobilindustrie: Eingesetzt in Fahrwerksystemen, um Stöße zu absorbieren und ein komfortables Fahrverhalten zu gewährleisten.
Medizinische Geräte: Eingesetzt in sensiblen Geräten wie chirurgischen Instrumenten, Diagnosesystemen und sogar implantierbaren Geräten wie Herzschrittmachern.
Konsumgüter: Zu den typischen Anwendungen zählen Kugelschreiber, Matratzenunterfederungen und Möbel.
Industriemaschinen: Eingesetzt in Schlössern, Druckknopfmechanismen und schweren Stanzpressen.
Entscheidende konstruktive Aspekte
Damit die Feder zuverlässig funktioniert und eine lange Lebensdauer erreicht, müssen Ingenieure bei der Federauslegung. Einen vertiefenden Überblick über diese Einflussgrößen bietet unser Leitfaden zu den Faktoren, die die Federkennwerte beeinflussen und behandelt diese ausführlich.
Spannungsniveau
Bei der Kompression einer Feder wird das Material auf Torsion beansprucht.
Überschreitet die Spannung die elastische Grenze des Werkstoffs, bleibt die Feder dauerhaft verformt und kehrt nicht mehr in ihre ursprüngliche Länge zurück.
Knicken
Ist eine Feder zu lang und schlank, kann sie sich bei Druckbelastung knicken beziehungsweise seitlich ausweichen. Konstrukteure setzen daher häufig Führungsstangen ein, um dies zu verhindern.
Endausführungen
Die Federenden bestimmen, wie die Feder im Mechanismus anliegt. Zu den gängigen Ausführungen zählen:
Geschlossen und geschliffen: Bietet eine ebene Auflagefläche für hohe Stabilität.
Geschlossen und ungeschliffen: Standardmäßiger Abschluss.
Offen: Ohne Abschluss, für spezielle Anwendungen verwendet.
Wie eine Druckfeder hergestellt wird
Federanforderungen festlegen
Federkraft / Belastung
Freie Länge
Blocklänge
Außendurchmesser
Innendurchmesser
Arbeitshub
Erforderliche Federrate
Betriebstemperatur und Einsatzumgebung
Federdraht auswählen
Zu den gängigen Werkstoffen zählen:
Federstahldraht – hohe Festigkeit, für allgemeine Anwendungen weit verbreitet
Edelstahl – gute Korrosionsbeständigkeit
Chrom-Silizium-Stahl – geeignet für hohe Belastungen und dynamische Anwendungen
Chrom-Vanadium – geeignet für Hochtemperaturanwendungen und schwere Beanspruchung
Berechnen Sie die Grundabmessungen
Zu den wichtigen Parametern gehören:
Federsteifigkeit:
K=Gd4/8D3N
Dabei gilt:
k = Federsteifigkeit
G = Schubmodul des Drahtes
d = Drahtdurchmesser
D = mittlerer Windungsdurchmesser
N = Anzahl der wirksamen Windungen
Der mittlere Windungsdurchmesser beträgt:
D=(OD+ID)/2
Draht aufwickeln
Der Draht wird einer Federwickelmaschine zugeführt. Ein Dorn oder Wickelwerkzeug steuert den Windungsdurchmesser, während die Maschine den Draht zu einer Helix aufwickelt.
Für die Serienfertigung können CNC-Federwickelmaschinen automatisch Folgendes steuern:
Drahtvorschub
Windungsdurchmesser
Windungssteigung
Anzahl der Windungen
Federlänge
Federenden ausformen
Druckfedern werden üblicherweise mit folgenden Endausführungen gefertigt:
Offene Enden
Geschlossene Enden
Geschlossene und geschliffene Enden
Geschlossene und geschliffene Enden bieten eine stabilere Auflagefläche, wenn die Feder zwischen zwei planen Flächen zusammengedrückt wird.
Wärmebehandlung
Nach dem Wickeln kann die Feder wärmebehandelt werden, um Eigenspannungen abzubauen und ihre mechanischen Eigenschaften zu verbessern.
Schleifen und Endbearbeitung
Bei Bedarf werden die Enden plan geschliffen. Zudem kann die Feder mit Oberflächenbehandlungen versehen werden, etwa:
Verzinkung
Brünierung
Passivierung
Kugelstrahlen
Kugelstrahlen ist insbesondere geeignet, die Dauerfestigkeit von Federn unter wiederholter Belastung zu erhöhen.
Die Feder prüfen
Die fertige Feder sollte auf folgende Punkte geprüft werden:
Freie Länge
Außen-/Innendurchmesser
Federrate
Last bei definierten Höhen
Rechtwinkligkeit
Windungsdurchmesser
Ermüdungslebensdauer
Die richtige Druckfeder auswählen
Bei der Auswahl der passenden Feder sind vier zentrale Parameter entscheidend:
1. Lastanforderungen festlegen
Ausgangspunkt ist die erforderliche Federkraft sowie die Länge im komprimierten Zustand. Daraus ergibt sich die notwendige Federrate (k = F ÷ x).
2. Einbauraum prüfen
Messen Sie die verfügbare Baulänge und den Bauraumdurchmesser in Ihrer Baugruppe. Stellen Sie sicher, dass die Blocklänge der Feder im vollständig zusammengedrückten Zustand den minimal verfügbaren Einbauraum nicht überschreitet.
3. Das geeignete Material wählen
Für allgemeine Anwendungen im Innenbereich ist Klavierdraht ausreichend. Ist die Feder Feuchtigkeit oder Chemikalien ausgesetzt, empfiehlt sich nichtrostender Stahl. Für Anwendungen mit hohen Temperaturen oder hohen Lastwechselzahlen ist Chrom-Silizium die bessere Wahl.
4. Endausführung berücksichtigen
Soll die Feder plan auf einer Oberfläche aufliegen, sind geschlossene und geschliffene Enden die richtige Wahl. Für die meisten Standardanwendungen sind geschlossene, ungeschliffene Enden ausreichend.
Zusammenfassung
Druckfedern sind einfache, zugleich leistungsfähige Bauteile und für die moderne Konstruktion unverzichtbar.
Durch das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Federsteifigkeit, Blocklänge, und Federwerkstoffs, können Sie die optimale Druckfederart für Ihre Anforderungen auswählen.
Ganz gleich, ob Sie eine komplexe Medizingerät oder ein einfaches Haushaltsprodukt entwickeln – die passende Federauslegung ist entscheidend für Funktionalität und Lebensdauer.
Häufig gestellte Fragen
F: Wie funktionieren Druckfedern?
Wird entlang der Federachse eine Kraft aufgebracht, werden die Windungen zusammengedrückt und speichern potenzielle Energie. Nimmt die Kraft ab, kehrt die Feder in ihre ursprüngliche Länge zurück. Je höher die Federsteifigkeit, desto größer ist die zum Zusammendrücken erforderliche Kraft — beschrieben durch das Hooke'sche Gesetz: F = k × x.
F: Wofür werden Druckfedern eingesetzt?
Sie werden in nahezu allen Branchen eingesetzt. Typische Beispiele sind Fahrwerksysteme im Automobilbereich, chirurgische Instrumente, Herzschrittmacher, industrielle Stanzpressen sowie Alltagsprodukte wie Kugelschreiber und Tastaturen. Immer dann, wenn ein Mechanismus Kräfte aufnehmen oder in eine Ruhelage zurückkehren muss, kommen in der Regel Druckfedern zum Einsatz.
F: Worin besteht der Unterschied zwischen einer Druckfeder und einer Zugfeder?
Druckfedern sind dafür ausgelegt, zusammengedrückt zu werden; sie wirken einer Druckbelastung entgegen. Zugfedern verhalten sich umgekehrt: Sie dehnen sich unter Last und ziehen Bauteile wieder zusammen. Die Windungsgeometrie wirkt ähnlich, jedoch sind beide Federarten für entgegengesetzte Lastrichtungen ausgelegt.
F: Worin besteht der Unterschied zwischen einer Druckfeder und einer Druckfeder?
Eine Compression Spring und eine Pressure Spring bezeichnen im Allgemeinen denselben Federtyp, da beide dafür ausgelegt sind, einer axialen Druckkraft zu widerstehen und im zusammengedrückten Zustand Energie zu speichern. Allerdings ist „compression spring“ der in technischen Spezifikationen und in der Fertigung gebräuchliche Standardbegriff, während „pressure spring“ seltener verwendet wird und eine Feder mit schiebender oder drückender Wirkung beschreiben kann. In den meisten technischen Kontexten ist daher „compression spring“ der präzisere und allgemein anerkannte Begriff.
F: Aus welchen Werkstoffen werden Druckfedern gefertigt?
Die drei am häufigsten verwendeten Werkstoffe sind Klavierdraht (hohe Festigkeit, allgemeine Anwendungen), nichtrostender Stahl (für korrosive Umgebungen) und Chrom-Silizium-Stahl (für hochbelastete oder hochtemperierte Anwendungen). Die Materialwahl wirkt sich unmittelbar auf die Lebensdauer der Feder und ihr Verhalten unter Last aus.
F: Was führt zum Ausfall einer Druckfeder?
Die meisten Ausfälle lassen sich auf zwei Ursachen zurückführen: eine Überschreitung der Elastizitätsgrenze des Werkstoffs, die zu einem Setzverhalten führt, bei dem die Feder nicht mehr in ihre ursprüngliche Länge zurückkehrt, oder Knicken, das auftritt, wenn die Feder im Verhältnis zur Last zu lang und zu schlank ausgelegt ist. Eine sachgerechte Auslegung und die passende Werkstoffwahl verhindern beide Fehlerbilder.






